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Vitamin D im Sommer

  • Writer: Angelika Hubacher
    Angelika Hubacher
  • Jul 1
  • 4 min read

Updated: Jul 2

Testen, sicher tanken, gezielt supplementieren


Der Sommer bietet die beste Gelegenheit, Vitamin D natürlich aufzubauen. Nur die Sonne allein garantiert keine optimalen Werte.


In diesem Artikel erfährst du:

  • Warum Vitamin D wichtig ist

  • Wie du es sicher über die Haut bildest --> "Safe-Sun" Praktiken

  • Wie du deinen Vitamin-D-Status zuverlässig misst und

  • Wann eine individuelle Supplementierung Sinn ergibt.


Am Ende hast du einen klaren Fahrplan, mit dem du deine Werte prüfen, Sonne sicher nutzen und bei Bedarf gezielt ergänzen kannst.


Frau sonnt sich entspannt auf der Liege

Wofür brauchen wir Vitamin D?


Vitamin D ist viel mehr als nur ein „Knochenvitamin“. Es beeinflusst unter anderem:


  • Knochen- und Zahngesundheit (Kalzium- und Phosphatstoffwechsel)

  • Immunsystem (Infektanfälligkeit, Abwehrkraft)

  • Muskelkraft und Sturzrisiko (z. B. im Alter)

  • Stimmung und mentale Balance

  • Entzündungsprozesse im Körper


Gerade wenn du oft müde, erschöpft oder aus der Balance bist, lohnt sich ein Blick auf deinen Vitamin-D-Status. Nicht als alleinige Ursache, aber als einen möglichen Baustein. Ich habe dazu einen ausführlichen Beitrag geschrieben: "Vitamin D: Mehr als nur das Vitamin der Sonne."



Wie viel Vitamin D braucht es wirklich?


Offizielle Empfehlungen variieren je nach Land und Fachgesellschaft. Häufig liegen sie im Bereich von etwa 600–800 I.E. Vitamin D pro Tag als allgemeine Richtwerte für Erwachsene zu jeder Jahreszeit. Viele Fachleute sehen jedoch höhere Spiegel im Blut (z. B. Vitamin D 25-OH im Bereich von ca. 40–60 ng/ml) als sinnvoll an, insbesondere für Immunsystem, allgemeines Wohlbefinden und Longevity.


Hier ist es wichtig zu differenzieren: Der Vitamin-D-Bedarf ist individuell. Hauttyp, Alter, Körpergewicht, geografische Lage, Lebensstil sowie die Funktion von Darm, Leber und Nieren beeinflussen, wie viel Vitamin D dein Körper bildet oder benötigt. Deshalb bedeutet Sommer nicht automatisch eine optimale Versorgung.



Sonnenblume


3. Wie messe ich Vitamin D sinnvoll?


Wenn du deinen Status wirklich kennen möchtest, führt kein Weg an einer Blutmessung vorbei. Der wichtigste Laborwert ist Vitamin D 25-OH (Calcidiol). Er zeigt, wie gut deine Speicher gefüllt sind und ist der Standardwert zur Beurteilung des Vitamin-D-Status. Gemessen werden kann er über Hausarzt, Walk-in-Labor oder zuverlässige Home-Test-Kits.



4. Wie viel Vitamin D produziere ich über die Haut?


Unser Körper kann Vitamin D selbst herstellen, wenn UVB-Strahlung (Sonnenlicht) auf die Haut trifft. Die Vitamin-D-Produktion hängt unter anderem von UVB-Intensität, Jahreszeit, Breitengrad, Hauttyp, Alter sowie der unbedeckten Hautfläche ab.


Als grobe Orientierung gilt:


Frau mit Sonnenhut sonnt sich und tankt Vitamin D
  • Bei mittlerer Hautfarbe, in der Mittagszeit im Sommer, kann bereits eine kurze unbedeckte Sonnenexposition (z. B. Gesicht, Arme, ggf. Unterschenkel) von etwa 10–20 Minuten deutliche Mengen Vitamin D produzieren – ohne Sonnenbrand, wenn du rechtzeitig vor Rötung wieder in den Schatten gehst.

  • Stark pigmentierte Haut braucht entsprechend mehr Zeit, sehr helle Haut eher weniger – und sollte besonders auf „Safe Sun“ achten.


Entscheidend ist nicht eine einzelne „perfekte“ Session, sondern die Regelmässigkeit: Mehrmals pro Woche kurze, gut verträgliche Sonnenexposition kann deine Speicher im Sommer unterstützen.



Hier siehst Du die Empfehlungen renommierte Expertenmeinungen zu diesem Thema:


Dr. Holick und Fitrpatrick - Sonnenexposition Emfehlung Vitamin D


5. „Safe Sun“: Wie produziere ich Vitamin D ohne Sonnenbrand?


Sonnenbrand ist immer ein Zeichen dafür, dass die Haut zu viel UV-Strahlung abbekommen hat. Aus Vitamin-D-Sicht ist das nicht nötig - im Gegenteil, es ist schädlich.


Safe-Sun-Prinzipien


  1. Niemals bis zur Rötung gehen.

    Sobald die Haut sich warm anfühlt oder leicht rosa wird: raus aus der prallen Sonne, in den Schatten, Kleidung, ggf. Sonnencreme.


  2. Mittags bewusst, aber kurz.

    Rund um die Mittagszeit (wenn die Sonne hoch steht) ist die UVB-Strahlung am höchsten und die Vitamin-D-Produktion am effektivsten. Das heisst auch: Du brauchst eher kürzere Zeiten, um denselben Effekt zu erzielen.


  3. Hauttyp beachten.

    • Sehr helle, sonnenempfindliche Haut: sehr kurze Intervalle (z. B. 5–10 Minuten) unbedeckt, dann in den Schatten / bedecken.

    • Mittelhell: etwas länger (10–20 Minuten), je nach Gewöhnung.

    • Dunkle Haut: längere Exposition nötig – aber trotzdem immer ohne Sonnenbrand.


  4. Grossflächig statt extrem lange.

    Es ist meist effizienter, eine größere Hautfläche kürzer zu bestrahlen (z. B. Arme + Beine), als nur Gesicht und Hände sehr lange.


  5. Sonnencreme clever einsetzen.

    • Für längeren Aufenthalt draussen unbedingt Sonnenschutz nutzen – vor allem Gesicht, Dekolleté, Schultern.

    • Wenn du Vitamin D über die Haut bilden möchtest, kannst du bewusst kurze Zeit ohne Sonnencreme planen, dann eincremen oder in den Schatten wechseln.



6. Benötige ich im Hochsommer ein Vitamin D Supplement?


Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an.


Du brauchst eher keine Supplemente im Hochsommer, wenn:


  • Du dich regelmässig (mehrmals pro Woche) mittags kurz in der Sonne aufhältst

  • Eine gewisse Hautfläche unbedeckt ist

  • Du keinen hohen Risikofaktor hast (z. B. starkes Übergewicht, sehr dunkle Haut in nördlichen Breiten, bestimmte Medikamente)

  • Deine Speicher (Vitamin D 25-OH) vor dem Sommer bereits im guten Bereich waren


Du profitierst möglicherweise auch im Sommer von Supplementen, wenn:


  • Du überwiegend im Büro / Innenräumen bist

  • Du dich konsequent abdeckst / starken Sonnenschutz verwendest

  • Du gesundheitliche Faktoren hast, die Vitamin-D-Stoffwechsel oder -Aufnahme beeinträchtigen (z. B. bestimmte Darm- oder Lebererkrankungen, Übergewicht, bestimmte Medikamente)

  • Deine Werte bei der letzten Messung sehr niedrig waren

  • Du in einer Region mit weniger Sonneneinstrahlung oder vielen bewölkten Tagen lebst


Statt pauschal zu supplementieren, lohnt sich eine Messung und eine individuelle Dosierung – ganz nach dem Motto: Test, don't guess. Gerade bei einem fettlöslichen Vitamin wie Vitamin D sind dauerhaft hohe Dosierungen ohne Kontrolle nicht sinnvoll.


Test‑basierte Ansätze nutzen Laborwerte wie Vitamin D 25‑OH, um daraus alltagstaugliche Empfehlungen für Energie, Immunsystem und Wohlbefinden abzuleiten. Wenn du magst, erkläre ich dir gern, wie so ein Vorgehen in der Praxis aussieht und auch was es bei der Wahl eines geeigneten Supplementes neben der Dosierung auch noch zu berücksichtigen gibt, wie z.B. Darreichungsart oder relevante Co-Faktoren.



7. Ein möglicher Fahrplan: Was du konkret tun kannst


  1. Kläre deinen aktuellen Status

    • Lasse deinen Vitamin D 25-OH Spiegel bestimmen


  2. Nutze den Sommer bewusst

    • Integriere mehrmals pro Woche kurze Safe-Sun-Phasen in den Alltag.

    • Gehe niemals bis zum Sonnenbrand.

    • Exponiere lieber eine grosse Hautfläche für kurze Zeit.


  3. Supplementiere gezielt bei Bedarf

    • Dosierung ist individuell nach Ausgangswert, Körpergewicht, Gesundheitszustand und in Rücksprache mit Fachpersonen.

    • Regelmässige Verlaufskontrollen statt „für immer durchziehen“.


  4. Betrachte Vitamin D im ganzheitlichen Kontext

    • Darmgesundheit, Leberfunktion, Mikronährstoffe, Schlaf und Stress spielen mit hinein.

    • Vitamin D ist einer von vielen wichtigen Bausteinen


Fazit: Vitamin D im Sommer als Chance sehen


Der Sommer bietet eine wunderbare Chance, deine Vitamin-D-Speicher auf natürliche Weise zu unterstützen. Aber er ist kein Garant dafür, dass deine Werte automatisch im optimalen Bereich liegen.


Wenn du deinen Status kennst, Sonne „safe“ und bewusst nutzt und bei Bedarf gezielt supplementierst, kann Vitamin D ein kraftvoller Baustein auf dem Weg zu mehr Energie, Balance und echter Lebensqualität sein.


Wenn du neugierig bist, wie du Vitamin D und weitere Stellschrauben (Darm, Mikronährstoffe, Schlaf, Stress) testbasiert und in deinen Alltag integrierst, dann melde dich gerne zu einem unverbindlichen Kennenlerngespräch. Gemeinsam schauen wir, wo du stehst und wie du deinen Körper noch besser verstehen und stärken kannst.


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